Glossar
Speziesreaktivität
Die Speziesreaktivität gibt an, welche Spezies ein Antikörper oder Kit erkennt. Getestet vs. vorhergesagt, Sequenzhomologie und die Wirtsspezies-Falle.
Speziesreaktivität ist das Datenblattfeld, das auflistet, welche Speziesform eines Zielmoleküls ein Antikörper oder Assay-Kit erkennt — Mensch, Maus, Ratte und so weiter. Sie folgt direkt aus der Immunogensequenz: Ein Antikörper erkennt ein Epitop, und wenn dieser Sequenzabschnitt zwischen Spezies konserviert ist, kreuzreagiert das Reagenz in der Regel.
Getestet versus vorhergesagt
Genau diese Unterscheidung ist der Grund, das Feld sorgfältig zu lesen. „Getestete“ Reaktivität bedeutet, dass der Anbieter das Reagenz in einer angegebenen Anwendung an einer Probe dieser Spezies geprüft hat. „Vorhergesagte“ Reaktivität ist eine Ableitung aus der Sequenzhomologie — oft mit einer prozentualen Identität angegeben — und damit eine Hypothese, keine Daten. Homologie versagt zudem asymmetrisch: Ein einziger Austausch innerhalb eines kurzen linearen Epitops kann die Bindung selbst bei 95% Gesamtidentität aufheben, während ein vollständig konserviertes Epitop Reaktivität in einer Spezies ergeben kann, die der Anbieter nie getestet hat.
Zwei weitere Fallen: Die Reaktivität kann je nach Anwendung verschieden sein — ein Antikörper kann bei der Ratte im Western Blot funktionieren, aber nicht in der Immunhistochemie, weil sich denaturierte und native Epitope unterscheiden. Und die Wirtsspezies zählt — ein monoklonaler Mausantikörper auf Mausgewebe erzeugt starken Hintergrund, sofern kein Mouse-on-Mouse-Blockiersystem verwendet wird. Dieselbe Konservierungslogik gilt für Peptide selbst, deren native Nager- und Humansequenzen sich häufig unterscheiden.
Verwandte Begriffe und Materialien
polyklonal vs. monoklonal · ELISA · in vivo. Referenzmaterial: Antikörper, Assay-Kits.